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Schwimmverein Marsberg in neuer Trainingsstätte Drucken E-Mail
Geschrieben von: Antonius Bigge   
Dienstag, den 06. August 2013 um 11:53 Uhr

Wie aus der Presse bereits zu entnehmen war wechselt der Schwimmverein die Trainingsstätte, da das Burghofbad trotz aller Bemühungen nicht zu retten war. Ich möchte hier noch einmal für alle Interessierten die Entwicklung der letzten Monate und die Gründe für die jetzige Entscheidung zusammenfassen.

Nach Bekanntgabe der Schließungsgedanken durch die Stadt haben wir mit anderen beteiligten Vereinen versucht, Möglichkeiten zu entwickeln den Betrieb fortzusetzen. Dabei wurden seitens der Verwaltung  die Bedingung gestellt entweder das Bad zu kaufen (260.000 €) oder die jährlichen Nutzungskosten in Höhe von ca. 60.000 € aufzubringen. Durch einige politisch Verantwortliche wurde seinerzeit der Anschein erweckt uns bei der Rettung des Bades ggf. finanziell entgegenzukommen bzw. uns bei unseren Bemühungen zu unterstützen. Aber weder bei der Suche nach Verantwortlichen für den Verein noch bei einer anderen Aktivität waren Marsberger Politiker zu sehen bzw. wurden wir von ihnen kontaktiert. Wir haben es trotzdem geschafft sowohl Personen zu werben, die bereit waren die Verantwortung in einem Förderverein zu tragen als auch durch Spendenzusagen und Beiträge einen Betrag von 40.000,- € zusammenzubekommen, der für die nächsten 5 Jahre als Betriebskostenzuschuss an die Stadt zugesagt werden konnte. Dazu kam das Angebot des Fördervereins nach und nach diverse Arbeiten bei der Unterhaltung des Bades auch nach ggf. erforderlichen Schulungen zu übernehmen, um die Betriebskosten weiter senken zu können. Ebenso waren konkrete Planungen zur energetischen Sanierung angestoßen worden. Diese hätten aber letztlich nur mit der Stadt ausgehandelt werden können, da diese Eigentümer des Gebäudes geblieben wäre. Diese kostenneutralen Sanierungen wurden aber seitens der Verwaltung nicht weiter verfolgt bzw. abgelehnt.

Bei der letzten Zusammenkunft mit Fraktionsvertretern und Vertretern der Verwaltung im Rathaus wurden diese Ergebnisse vorgestellt und plötzlich war keiner der Fraktionsvertreter mehr bereit sich an Zusagen zu erinnern oder Zuschüsse zum Erhalt des Bades bereitzustellen. Als unverhandelbare Forderung wurde aufgestellt, die Übernahme sämtlicher Betriebskosten des Bades in Höhe von 59.000 € aufzubringen sowie sämtliche Arbeiten im Bad zu übernehmen und zusätzlich noch das finanzielle Risiko für erforderliche Reparaturen und Instandhaltung der Anlagen zu übernehmen. Und dieses obwohl die Stadt Eigentümer des Gebäudes und der Einrichtungen bleibt. Diese Forderungen waren für die engagierten Personen des Fördervereins unannehmbar und auch nicht zu erfüllen. Hierdurch kam es dann zur endgültigen Entscheidung, den Betrieb des Bades einzustellen.

Erwähnt sei hier, dass diese Einstellung zum Burghofbad von vornherein durch den Vertreter der CDU-Fraktion so vorgetragen wurde und sich auch über den gesamten Zeitraum trotz aller Argumente nicht änderte.

Aufgrund dieser Tatsachen haben sich dann die Leitung des Schwimmvereins, die Trainer und Jugendvertreter zusammengesetzt und über die weitere Zukunft des Vereins beraten.


Folgende Möglichkeiten wurden ausführlich diskutiert.

-          Weiterführung des SV Marsberg mit der vorhandenen Montagsstunde als einzige Trainingsstunde

Dies erschien sinnlos, da hierdurch das bisherige Niveau nicht gehalten werden kann und zudem einige Gruppen (insbesondere Kindergruppen) hätten aufgelöst werden müssen.

-          Weiterführung des Vereins mit der Montagstrainingsstunde und weiteren angebotenen Stunden im Diemeltal-Hallenbad

Hier waren dem SV Marsberg im Vorfeld neben der Montagsstunde 17.30 – 19.00 Uhr Zeiten am Mittwoch 17-19 Uhr, Samstag 11-13Uhr und Sonntag 12-14 Uhr angeboten worden. Die Stunden am Mittwoch, Samstag und Sonntag sollten auf zwei abgetrennten Bahnen, während des öffentlichen Badebetriebes stattfinden.

Diese Möglichkeiten wurden auch verworfen, da bei der Akustik des Bades während des öffentlichen Badebetriebes ein vernünftiges Training nicht denkbar ist. Zudem hätten die Schwimmer der Wettkampfgruppe, die an Wochenenden zu Wettkämpfen fahren, die Stunden am Samstag und Sonntag gar nicht wahrnehmen können. Weiterhin sind diese Trainingszeiten zur Mittagszeit am Wochenende derart unattraktiv, dass viele Schwimmer den Sport vermutlich aufgegeben hätten.

Nach der Vorstellung der Pläne der Verwaltung über die Gestaltung der Nutzungsgebühren wäre zudem auf den Verein eine Nutzungsgebühr von 1,50 € pro Jugendlicher und 3,- € pro Erwachsener pro Trainingsstunde zugekommen. Zusammengerechnet hätte sich hier ein Jahresbetrag von ca. 10.000 € ergeben.

(ca. 20 Schwimmer pro Gruppe/Stunde multipliziert mit 1,50 € Eintrittsgeld pro Stunde multipliziert mit 40 Trainingswochen ergibt einen Betrag von 1200,- € pro Trainingsstunde pro Jahr. Bei den angebotenen 7,5 Trainingsstunden entsteht ein Betrag von  9000,- €. Hinzu kommen die wegfallenden Zuschüsse der Stadt zur Trainerunterstützung und Vereinsarbeit von ca. 500,-€.)

Da einige Trainingsgruppen auch durch Zusammenlegung über mehr als 20 Mitglieder verfügen würden, würden sich die Nutzungskosten zudem noch steigern. Ebenso stelle man sich ein Training von 10 Schwimmern oder mehr pro Bahn vor. Eine Verdreifachung des Beitrages wäre die Folge gewesen und der Schwimmverein hätte viele Mitglieder verloren, was zu einer weiteren Verschärfung der Situation beigetragen hätte.

Zusammengefasst also eine Lösung die ebenfalls nicht als durchführbar erschien.

-          Auflösung des Vereins

Dieses sollte die absolut letzte Möglichkeit bleiben, falls sich gar keine Perspektive der Weiterführung des Trainings mehr geboten hätte. Trotzdem war die ungeteilte Meinung „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.“

 

-          Verlagerung des Trainings nach Madfeld

Auf Nachfrage beim Förderverein Hallenbad Madfeld und Anfrage nach Trainingszeiten im Bad wurde uns ein Angebot gemacht welches uns geeignet erschien Bemühungen aufzunehmen die Arbeit fortzusetzen. Hier wurden uns Trainingszeiten und Nutzungsgebühren 1,-€ pro Schwimmer pro Trainingseinheit angeboten, die zwar immer noch zu einer erheblichen Kostensteigerung (ca. 5000 € jährlich) führen, aber diese erscheinen dann langfristig doch noch eher zu finanzieren als die Kosten, die bei einem Verbleib in Marsberg entstehen würden.

Zudem erklärten sich die Trainer bereit, die neuen Stunden abzudecken, damit eine weitere erfolgreiche Arbeit fortgesetzt werden kann. Auch konnte die bewährte Gruppenzusammensetzung weitestgehend beibehalten werden. Und auch das Bad bietet die entsprechenden Voraussetzungen von der Akustik und der Einrichtung.

Es wurde beschlossen im zweiten Halbjahr das Training komplett nach Madfeld zu verlegen und die zukünftige Entwicklung genau zu beobachten. Die nun anfallenden Mehrkosten für den Rest des Jahres wird der Verein noch aus dem vorhandenen Vermögen bestreiten können.

Im nächsten Jahr muss dann über eine Mitgliedsbeitragserhöhung beraten werden, da dann auch verlässliche Zahlen für eine genaue Berechnung vorliegen. Eine Möglichkeit die Beitragserhöhung dann für die Mitglieder abzufedern, besteht in einer Satzungsänderung des Vereins und der Erweiterung der Vereinszwecke um die Beiträge steuerlich abzugsfähig zu machen.

Sämtlichen Verantwortlichen ist bewusst, dass nun auch auf die Eltern der Schwimmer eine erhöhte Belastung durch die Fahrten  nach Madfeld zukommt. Aber wir hoffen, dass dieses zum Beispiel durch die Bildung von Fahrgemeinschaften doch zu bewältigen ist.

Gleichzeitig ergeben sich natürlich auch Möglichkeiten durch Interesse und Beitritt von Schwimmern aus dem Raum Brilon/Madfeld das Vereinsleben zu erhalten und zu erweitern.

Ob und wann das Angebot der Schwimmkurse wieder aufgenommen werden kann, steht zur Zeit noch nicht fest. Hier müssen erst die Entwicklung, Zeitkontingente und ähnliches abgewartet werden. In die konkrete Planung werden die Verantwortlichen erst nach den Herbstferien wieder einsteigen da zunächst einmal der Trainingsbetrieb im Vordergrund steht.

Im Übrigen werden die Schwimmkurse und Angebote unserer Abteilung in Harderhausen weiterhin fortgeführt.

Wir hoffen mit dieser Lösung nun die Beste aller Möglichkeiten gefunden zu haben und bitten herzlich um weitere Unterstützung des Vereins, um das bisher Erreichte fortsetzen zu können.

Alle aktuelle Informationen werden wir auf der Homepage www.sv-marsberg.de veröffentlichen.

Persönlicher Nachtrag:

Während des gesamten Zeitraumes wurden ich und auch andere Vereinsvertreter immer wieder auf die Entwicklung angesprochen. Wir haben uns immer bemüht offen und ehrlich Auskunft über den Stand der Dinge zu geben und unsere weiteren Absichten dargestellt. Mit den Veröffentlichungen in der Presse sind wir aber absprachegemäß mit den anderen Vereinen und der Verwaltung immer zurückhaltend gewesen um die Verhandlungen nicht zu belasten. Dieses betrachte ich heute als Fehler, da mehr öffentlicher Druck vielleicht zu einem anderen Ergebnis geführt hätte. Aber dieses ist jetzt Vergangenheit.

Ich persönlich empfinde es als beschämend für eine Stadt die jahrelange erfolgreiche und engagierte Jugendarbeit ohne Vorwarnung an die Vereine durch einen selbst verschuldeten Kostendruck einfach zu Nichte macht. Dazu sind bereits Meinungen und Leserbriefe veröffentlicht worden, die ich teilweise voll unterstütze.

Antonius Bigge

Geschäftsführer des SV Marsberg